Berufsfischer / Berufsfischerin

Die Mehrzahl der Berufsfischer sind kleine, selbständigerwerbende Familienbetriebe. Ihre Arbeit verrichten sie mit dem Fischerboot auf dem See, im Verarbeitungsraum, oder im Netzraum. Je nach Region betreuen die Berufsfischer oder die Kantonalen Fischereiaufseher das Fischbruthaus. Diese Arbeit ist immer wichtiger, da die Selbstverlaichung der einheimischen Fischarten leider in vielen Seen nicht mehr gewährleistet ist.

 

Der Tagesablauf eines Fischers beginnt vor Sonnenaufgang. Die am Vorabend ausgelegten Netze oder Reusen werden eingezogen, die Fische aus den Netzmaschen gelöst und bei sommerlichem Wetter sofort auf Eis gelegt. Die erstklassige Qualität der frisch gefangenen Fische ist die Stärke der einheimischen Berufsfischer. Nach 3 - 4 Stunden harter Arbeit auf dem See beginnt unverzüglich danach die Verarbeitung des Fanges an Land. Im Verarbeitungsraum werden die Fische je nach Bestellungseingang ausgeweidet, geschuppt, filetiert, enthäutet oder als Regionale Spezialität weiterverarbeitet. Geräucherte Felchen, marinierte Rotaugenfilets oder Fischterrinen werden von der Privat- und Gastrokundschaft sehr geschätzt. Nach dem Mittag müssen die eingeholten Netze geordnet, gelöst und die Netzen ausgebessert werden. Anschliessend wird das Boot beladen und die Netze oder Reusen an den Fangplätzen ausgelegt. Doch noch ist nicht Feierabend. Büro-, Unterhaltsarbeiten oder Kundenbesuche dürfen nicht vernachlässigt werden. Berufsfischer geniessen die Arbeit in freier Natur und sind darum auch bereit, lange und hart zu arbeiten.

 

Zur Erhaltung von natürlichen Lebensräumen übernehmen die Berufsfischer eine wichtige Funktion, welche von grossem öffentlichen Interesse ist. Da aus den meisten grösseren Seen Trinkwasser entnommen wird, ist eine fachgerechte Bewirtschaftung der Gewässer sehr wichtig.

 

Berufsanforderungen:

- Liebe zur Natur, Beziehung zum Wasser und seinen Lebewesen

- Gute Beobachtungsgabe, Wahrnehmungsvermögen, Orientierungssinn

- Selbständigkeit, Ausdauer, Kraft, Geduld

- Gute körperliche Widerstandsfähigkeit (Kälte, Nässe, Wind)

- Technisches Verständnis und manuelle Geschicklichkeit

- Kaufmännische Kenntnisse

 

Voraussetzungen:

- Abgeschlossene Volksschule

Ausbildung zum Berufsfischer / Berufsfischerin

In der Schweiz kann keine Berufslehre als Berufsfischer gemacht werden. Seit dem 1.1.1995 ist die Fischerei dem BBT unterstellt. Am 21. Juni 1996 hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement das Reglement über die «Berufsprüfung für Berufsfischer / Berufsfischerin» des Schweizerischen Berufsfischerverbandes (SBFV) und der Association suisse romande des Pêcheurs professionnels (ASRPP) genehmigt. Leider konnte aus finanziellen Gründen noch nie eine Prüfung durchgeführt werden.

 

Art. 2 Zweck der Prüfung

Durch die Berufsprüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer das theoretische Fachwissen hat, ein Gewässer fischereilich zu bewirtschaften und die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringt, einen Fischereibetrieb zu führen. Im weiteren soll geprüft werden, ob das nötige Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge eines Gewässers vorhanden sind.

 

Normalerweise besuchen alle deutschsprachigen Interessenten zur Vorbereitung der Berufsprüfung die Lehrgänge für Auszubildende in Fischhaltung, Fischzucht sowie Seen- und Flussfischerei am Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Starnberg. Folgende Kurse zur Erlangung des Fischwirt-Diploms werden für Interessenten aus der Schweiz angeboten:

 

1. Jahr: 10. Klasse: 5 Blöcke à 2 – 3 Wochen

 

2. Jahr: 11. Klasse: 4 Blöcke à 2 – 3 Wochen

(Zwischenprüfung, 2 Wochen überbetriebliche Kurse)

 

3. Jahr: 12. Klasse: 3 Blöcke à 2 – 3 Wochen

(Abschlussprüfung zum Fischwirt)

 

Berufsschule für Berufsfischer (Staatliches Berufliches Zentrum Starnberg) »

 

Die Ausbildung dauert nur 2 Jahre, wenn der Auszubildende bereits einen anderen Ausbildungsberuf bestanden hat. Die praktische Ausbildung während der dreijährigen Ausbildungszeit wird in einem geeigneten Fischereibetrieb absolviert.

 

Arbeitsvertrag für Absolventinnen und Absolventen des Berufsschulunterrichtes für Fischwirte am Institut für Fischerei und der Staatlichen Berufsschule Starnberg (D)

Arbeitsvertrag Auszubildende 2009 als PDF downloaden »

Beiträge des SBFV für den Besuch von Aus- und Weiterbildungskursen in Starnberg

Formular für Beitrag an Starnberg als PDF downloaden

Arbeits- und Berufsverhältnisse

Berufsfischer sind Selbständigerwerbende, deren Einkommen sehr stark vom Fischfang abhängt. Die harte Konkurrenz aus dem Ausland und die rückläufigen Fangerträge zwingen die meisten Berufsfischer, sich mit einem Nebenverdienst ihre Existenz zu sichern. Die Anzahl der Berufsfischerpatente wird von den Kantonen limitiert und in Zukunft eher reduziert.

Arbeitsvertrag für Angestellte in der Berufsfischerei (AVABF) als PDF

Reglement für das Arbeitsverhältnis in der Berufsfischerei der Schweiz (RABF) als PDF

Weiterbildung

Die Zulassungsbedingungen zur Fischwirtschaftsmeisterprüfung werden strenger, und momentan ist nicht klar, wie lange die Ausbildung dauern wird. Zugelassen, wird, wer ein Arbeitszeugnis über mindestens 3 Jahre hauptberufliche Tätigkeit in der Fischerei, nach der Abschlussprüfung zum Fischwirt, vorweisen kann.


Verwandte Berufe

Fischzüchter/in, Kantonale/r Fischereiaufseher/in, Fischverkäufer/in

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Bundesamt für Umwelt BAFU

Andreas Knutti
Sektion Lebensraum Gewässer
3003 Bern

Telefon 058 464 72 83

andreas.knutti@bafu.admin.ch


 

BAFU - Fischereiliche Aus- und Weiterbildung »