Berufs- und Tätigkeitsbeschreibung

Berufsfischer/innen sind selbständig arbeitende Nahrungsmittelproduzenten. Ihre Arbeitsplätze sind der See, die Fischküche oder das Fischerhaus. Sie sind bei ihrer Arbeit meistens allein.

Zum Fischfang brauchen sie ein gut ausgerüstetes Fischerboot, verschiedene Netze, speziell vorgeschriebene Fanggeräte, Fischkisten, Lampen.

Das Einholen der Netze erfordert äusserste Konzentration und schwere Körperarbeit. Die im Netz zappelnden Fische müssen sorgfältig, aber rasch herausgelöst, getötet und in der gekühlten Fischkiste verstaut werden.

Berufsfischer/innen verarbeiten die Fische in der Fischküche. Hier befinden sich grosse Marmortische und Spülbecken, eine Entschuppungsmaschine, verschiedene Messer, eine Schleifmaschine, eine Waage und Verpackungsmaterial. Sie nehmen die Fische aus, schuppen sie ab und filettieren einen Teil davon. Das Filettieren erfordert viel Geschick und Übung. Anschliessend werden die Fische für den Verkauf bereitgestellt, tiefgekühlt, im Räucherofen geräuchert oder direkt an die Kundschaft geliefert.

Wenn sie die Fischküche gereinigt und den Geräteschuppen in Ordnung gebracht haben, fahren sie nochmals hinaus auf den See, um die Netze für den nächsten Tag zu setzen. Eine weitere Aufgabe der Berufsfischer/innen ist die Pflege der Gewässer. Damit übernehmen sie eine Arbeit, die von grossem öffentlichem Interesse ist. Die Berufsleute sind stark von der Natur abhängig und darauf angewiesen, dass die Fische gut verkauft werden. In den letzten Jahren wurde ihre Arbeit und Fangmenge durch die Verschmutzung der Gewässer beeinträchtigt. Sie müssen sich an strenge kantonale und eidgenössische Gesetze und Verordnungen halten.

Berufsanforderungen

- Körperliche Widerstandsfähigkeit (Aushalten von massiven Temperaturschwankungen und Nässe)

- Kraft und Gewandtheit

- Guter Orientierungssinn

- Naturliebe, vor allem Beziehung zum Wasser und seiner Tierwelt

- Gute Beobachtungsgabe und gutes Wahrnehmungsvermögen

- Technisches Verständnis und manuelle Geschicklichkeit

- Geduld, Ausdauer und Selbständigkeit

- Kaufmännische Kenntnisse

Voraussetzungen für die Zulassung zur Berufsprüfung

Nachweis von 4 Jahren Berufspraxis in der Fischerei. Sie verkürzt sich um 2 Jahre, wenn die Kandidat/innen das Fähigkeitszeugnis eines Berufes besitzen.

Über die Gleichwertigkeit von ausländischen Ausweisen entscheidet das Bundesamt für Berufsbildung und Technolgie (BBT).

Ausbildung

Gesetzliche Grundlagen:

Eidg. genehmigtes Reglement über die Berufsprüfung für Berufsfischer/innen vom 21. Juni 1996.

 

Aufbau der Ausbildung

Vorbereitung:

Grundsätzlich steht es den Kandidat/innen frei, wie sie sich auf die Berufsprüfung vorbereiten wollen. Die anspruchsvolle Prüfung setzt aber in der Regel den Besuch von berufsbegleitenden Vorbereitungskursen voraus.

Geprüfte Fächer:

Praktische Arbeit (Arbeiten auf dem See, Verarbeitung und Vermarktung des Fanges, Unterhalt von Fischereigerätschaften), Fachkenntnisse, Geschäftskenntnisse, Rechtskunde.

 

Abschluss:

Die bestandene Berufsprüfung gibt Anrecht auf den eidg. anerkannten Titel "Berufsfischer/in mit eidg. Fachausweis".